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Das Soča-Tal

Das Soča-Tal liegt in der Provinz Primorska, dem westlichsten Teil Sloweniens. Es grenzt über weite Teil unmittelbar an Italien, im Norden ist auch Österreich nicht weit entfernt. Für Aktivurlauber, die sich gerne abseits der Massen bewegen und ursprüngliche Natur schätzen, ist die Region eines der schönsten Täler der Alpen.


Das Tal hat seinen Ursprung am Quelltopf der Soča, die aus einer tiefgrünen Karstquelle zu Füssen des Vrsič-Passes in den Julischen Alpen entspringt. Von hier fließt der noch vergleichsweise kleine Bach durch ein tief eingeschnittenes, enges Tal. Kurz vor Bovec mündet die vom Predil-Pass kommende Koritnica und der nun schon ansehnliche Fluss tritt hinaus in das Becken von Bovec. Hier ziehen sich die Gebirgswände etwas zurück und es bietet sich Platz für einige Campingplätze, einen kleinen Flughafen, etwas Landwirtschaft und den Ort mit seinen fast 2000 Einwohnern. Hier befindet sich auch Sloweniens höchstgelegenes Skigebiet (die Kanin Seilbahn geht hinauf bis auf ca. 2300 m).

Folgt man dem Soča-Tal in seinem weiteren Verlauf, so kann man bald darauf den spektakulären Boka-Wasserfall bewundern ehe das Tal wieder enger wird. Die Bergrücken des Kobariski Stol und des Polovnik zwängen die Soča in eine enge und tief eingeschnittene Schlucht. In diesem Bereich befinden sich die bei Kajakfahrern und Raftern beliebtesten Abschnitte der Soča, die den Fluss auch weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt gemacht haben. Bei der Ortschaft Kobarid öffnet sich das Tal wieder und über Tolmin, Most Na Soči, Kanal und Nova Goriza strebt die Soča nun gemächlich der Adria entgegen. In diesem südlichen Abschnitt herrscht im Gegensatz zum alpineren Oberlauf ein deutlich mediterraneres Ambiente.


Das Soča-Tal ist ein uralter Siedlungsraum. Aus archäologischen Funden weiß man, dass Teile der Region bereits in der Bronzezeit besiedelt waren. Aufgrund des günstigen Klimas trat im Laufe der Zeit eine zunehmende Kultivierung der Landschaft ein, und die Bevölkerungszahl nahm aufgrund der besseren Ernährungslage deutlich zu. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Region ein hauptsächlich landwirtschaftlich genutzter Raum, in dem ein bescheidener Wohlstand herrschte.

Durch den beginnenden ersten Weltkrieg wurde das Gebiet allerdings nachhaltig verändert. Aufgrund der intensiven Kampfhandlungen verließ ein Großteil der Zivilbevölkerung ihr zu Hause und ging ins Exil. Bei weitem nicht alle kamen nach dem Krieg zurück. Dazu kam die starke Zerstörung der Bausubstanz und der Kulturlandschaft und damit der Lebensgrundlage der einheimischen Bauern und Viehzüchter. Das Soča-Tal wurde im ersten Weltkrieg für fast drei Jahre zum erbittert umkämpften Frontgebiet und fand unter dem Begriff der Isonzo-Front (so der italienische Name der Soča) traurigen Eingang in die Geschichtsbücher.


Nach dem Krieg, den Österreich Ungarn bekanntermaßen verlor, kam das Soča-Tal in italienischen Besitz. Die Bevölkerung kehrte zurück und versuchte einen Neuaufbau, doch bereits kurze Zeit später entwickelten sich unter dem faschistischen Mussolini Regime Ressentiments gegenüber der Bevölkerung. Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs kämpften viele der Einheimischen als Partisanen gegen die italienischen und deutschen Besatzer. Oft wurden die Partisanenaufstände blutig niedergeschlagen und heute erinnern viele Monumente an solche Ereignisse.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Land Teil des jugoslawischen Staatenbundes unter dem ehemaligen Partisanenführer Tito. In dieser Zeit fehlte es aufgrund der wirtschaftlich schlechten Entwicklung an Geld für größere Entwicklungsprojekte, was für die abgelegene Region des Soča-Tals ganz besonders zutraf. Jahrzehnte der Perspektivlosigkeit führten zu Abwanderung und zur Aufgabe zahlreicher Höfe und Almen und teilweise ganzer Dörfer. So wundert es nicht, dass man sich in der Region bei vielen Gelegenheiten instinktiv an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückversetzt fühlt. Einige Arbeitstechniken und Traditionen sowie zahlreiche architektonische Zeugnisse stammen noch direkt aus dieser Zeit.

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